Tolle Evaluierungsergebnisse aus dem Schüler*innenHaushalt. Jugendliche gestalten ihre Schule – von der ersten Idee bis zur Umsetzung zeigen sie, wie Demokratie nicht nur gelernt, sondern auch gelebt werden kann.

Im Schuljahr 2024/25 ging der Schüler*innenHaushalt in Vorarlberg in die nächste Runde. Diesmal startete er an der MS Höchst, MS Bezau, MS Feldkirch-Levis, MS Rankweil Ost und an der Privaten Katholischen Mittelschule Oberland in Ludesch. So erhielten rund 2.000 Jugendliche die Möglichkeit ihre Schule mit einem realen Budget von jeweils 3.000 Euro aktiv zu gestalten. Sie brachten sich über ihre Ideen und den Wahlkampf ein und entschieden am Wahltag mit ihrer Stimmabgabe über die Gestaltung des Schulumfelds.
Wo gibt’s noch über 90% Wahlbeteiligung?
Von der Bekanntmachung des Projekts an der Schule, der Ideensammlung, dem Wahlkampf, der Wahl bis hin zur Umsetzung der Siegerprojekte durchlebten und gestalteten die Jugendlichen alle Phasen des demokratischen Prozesses selbst. An jeder Schule übernahm ein engagiertes Planungsteam von Schüler*innen die Organisation, unterstützt von ein bis zwei Lehrpersonen. Die Wahlbeteiligung lag im Schnitt bei über 90 %. Ein starkes Zeichen dafür, wie groß das Interesse an Mitbestimmung im Schulalltag ist.
Spielbalkone, Schulkiosk, Chill-Area & Boxautomat: viele kreative Ideen wurden umgesetzt

Die Bandbreite der eingereichten Ideen war enorm: von neuen Freizeitmöglichkeiten über verbesserte Aufenthaltsbereiche bis hin zu kreativen Lösungen für die Nahversorgung an der Schule gewannen sehr unterschiedliche Ideen bei den Wahlen. So konnte an den fünf Schulen im Juni 2025 unter anderem ein Chill-Area mit Sofas, Spielgeräte und Rückzugsorte, Spielbalkone ausgestattet mit vielfältigem Freizeitequipment, ein Schulkiosk, betrieben von Schüler*innen mit Produkten eines lokalen Bäckers, oder auch die Umgestaltung des Schulteichs mit Grillzone umgesetzt werden.
Wirkungsmessung ergibt Bestnoten!
Um die Arbeit an den Schulen stetig zu verbessern, führte eine von den Umsetzenden bzw. Begleitenden unabhängige Institution eine Evaluierung des Projekts durch. Die beteiligten Schüler*innen und Lehrpersonen wurden für die Wirkungsmessung online befragt. Die Rückmeldungen zeigen: Der Schüler*innenHaushalt wirkt!
- 91 % der Jugendlichen vergaben Bestnoten für das Projekt
- 100 % der Lehrpersonen wünschen sich eine Fortführung
Von den Lehrpersonen wurde besonders positiv hervorgehoben die Verbesserung des Schulklimas, das starke Engagement der Jugendlichen und die Zusammenarbeit mit Gemeinden und Vereinen.

Ein Schlüssel zur erfolgreichen Umsetzung innerhalb eines Schuljahres ist die individuelle Betreuung der jeweiligen Schulen. Diese führte DIALOGPLUS im Auftrag des Landes Vorarlberg durch. So erhält das Projekt im oftmals von Zeit- oder Personalknappheit geprägten Schulbetrieb die notwendige Aufmerksamkeit für einen erfolgreichen Abschluss. Diese Woche sind wir wieder an den Schulen des künftigen Schuljahres vor Ort. So verankern wir das Projekt bei den Begleitpersonen von fünf neuen Schulen und geben die notwendigen Kompetenzen für die Umsetzung mit.

Projekterfolg braucht Begleitung
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass das Projekt nicht nur konkrete Verbesserungen im Schulumfeld bringt, sondern auch ein lebendiges Lernfeld für Demokratie darstellt. Besonders eindrücklich waren für viele Jugendliche der Wahlkampf und die Stimmenabgabe, Erfahrungen, die über den Unterricht hinauswirken und lange in Erinnerung bleiben.
Demokratiebildung im Schulalltag verankert
Mit der Weiterführung des Projekts im Schuljahr 2025/26 ist klar: Der Schüler*innenHaushalt hat sich in Vorarlberg als fester Bestandteil demokratischer Bildung etabliert. Wir freuen uns darauf für hunderte Jugendliche in ganz Vorarlberg Demokratie ganz praktisch erlebbar machen zu können.